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Lagertechnik

Kugellager & Wälzlager

Kugellager sind die bekannteste Bauform der Wälzlager: Sie führen rotierende Wellen gegenüber festen Bauteilen und nehmen dabei die wirkenden Kräfte über rollende Wälzkörper auf – Kugeln oder Rollen. Weil hier Rollreibung statt Gleitreibung entsteht, laufen sie energiesparend, brauchen wenig Pflege und sind direkt einsatzbereit. Als genormte Standardbauteile bilden sie das Rückgrat nahezu jeder Antriebslösung, vom Elektromotor über das Getriebe bis zur Förderanlage.

Verschiedene Wälzlager – Rillenkugellager und Rollenlager – aus Stahl vor weißem Hintergrund

DIN/ISO-genormt

Rillenkugel- bis Pendelrollenlager nach Norm – herstellerübergreifend austauschbar.

Markenware

SKF, FAG/Schaeffler, INA und NTN – dazu die Keramik-Hybridlager von CeramicSpeed.

Ab Lager lieferbar

Gängige Baugrößen sofort verfügbar, Bestellung über unseren Webshop.

Technische Beratung

Hilfe bei Bauform, Lagerluft und beim Übersetzen fremder Hersteller-Kennungen.

Grundlagen

Aufbau und Funktion

Im Kern besteht jedes Wälzlager aus einem Innen- und einem Außenring, dazwischen laufen die Wälzkörper. Ein Käfig hält diese auf gleichmäßiger Teilung und verhindert den direkten Kontakt untereinander. Statt aufeinander zu reiben, rollen die Flächen ab – genau darin liegt der Unterschied zum Gleitlager, das mit deutlich höherer Reibung arbeitet.

Wesentliche Kennwerte wie Hauptmaße, Toleranzklassen und das innere Spiel (Lagerluft) sind nach DIN und ISO festgelegt. Dadurch lassen sich Lager verschiedener Hersteller gegeneinander tauschen. Die Lagerbezeichnung verschlüsselt Bauart, Reihe, Bohrungsmaß sowie Zusätze für Abdichtung, Lagerluft und Käfig.

Innen- und Außenring

Zwei Ringe mit aufeinander abgestimmten Laufbahnen.

Wälzkörper

Kugeln mit Punktkontakt oder Rollen mit Linienkontakt.

Käfig

Führt die Wälzkörper und hält sie auf gleichmäßigem Abstand.

Abdichtung

Optional Deckscheiben (2Z) oder Dichtungen (2RS) mit Fettfüllung.

Bauformen

Bauformen und Arten

Gedichtetes Rillenkugellager 6205-2RS aus Stahl – der vielseitige Standard unter den Wälzlager-Bauformen
Rillenkugellager (6205-2RS): der Allrounder für radiale und leichte axiale Lasten.

Welche Bauform sinnvoll ist, richtet sich nach Lastrichtung, Drehzahl, Einbauraum und der erwarteten Schiefstellung der Welle. Grundsätzlich trennt man Kugellager (eher hohe Drehzahlen, mittlere Lasten) von Rollenlagern (höhere Tragfähigkeit) sowie Radial- von Axiallagern.

Bei den Kugellagern ist das Rillenkugellager der Allrounder; Schrägkugel- und Vierpunktlager nehmen zusätzlich Axialkräfte auf, Pendelkugellager gleichen Wellenfehler selbst aus. Auf der Rollenseite tragen Zylinderrollenlager hohe Radiallasten, Kegelrollenlager kombinierte Lasten und Pendelrollenlager auch Schiefstellungen unter schwerer Belastung. Nadellager sparen radialen Bauraum, Axial-Rillenkugellager übernehmen reine Längskräfte. Für Spindeln und einbaufertige Lösungen stehen Präzisions-Spindellager und Spannlager bereit.

Wälzlager-Bauformen und ihre Stärken
BauformStärke
Rillen­kugel­lagervielseitiger Standard für radiale und leichte axiale Lasten
Schrägkugel- und Vierpunktlagerkombinierte Belastung
Pendelkugellagerselbsttätiger Ausgleich von Fluchtungsfehlern
Zylinderrollen-, Kegelrollen-, Pendel­rollen­lagerhohe Tragfähigkeit
Nadellagergroße Tragzahl bei geringer Querschnittshöhe
Axial-Rillen­kugel­lagerrein axiale Kräfte
Spindel- und SpannlagerPräzision bzw. einbaufertige Montage

Werkstoff

Werkstoffe und Ausführungen

Der Standardwerkstoff ist durchgehärteter Wälzlagerstahl (100Cr6); für besondere Einsatzbedingungen gibt es passende Sonderausführungen.

Die Maßreihen folgen ISO 15 für Radial- und ISO 104 für Axiallager. Über das innere Spiel (etwa C3) lassen sich Temperaturdehnung und Vorspannung steuern. Geschlossene Lager mit 2RS- oder 2Z-Abdichtung laufen wartungsfrei, offene Lager lassen sich nachschmieren und höher drehen.

Shop-Ratgeber: 2RS oder 2Z – Kugellager-Dichtungen im Vergleich

Wälzlagerstahl 100Cr6

Durchgehärteter Standardwerkstoff für die allermeisten Lagerstellen.

Nichtrostender Stahl

Für feuchte oder hygienisch sensible Bereiche.

Stromisoliert

Gegen Lagerstrom-Schäden in umrichtergespeisten Antrieben.

Hybrid und Keramik

Wälzkörper aus Siliziumnitrid für weniger Reibung und höhere Drehzahlen.

Beratung

Auswahl und Beratung

Die Lagerwahl läuft in nachvollziehbaren Schritten ab: zuerst die Lastrichtung klären, dann Lasthöhe und Drehzahl gegeneinander abwägen, mögliche Wellenschiefstellungen berücksichtigen und schließlich Abmessungen, Abdichtung, Lagerluft und Werkstoff festlegen. Wer ein Vorgängerlager ersetzt, kann dessen Normbezeichnung direkt übernehmen.

Bei der Zuordnung von Hersteller-Kennungen, der Wahl der richtigen Bauform oder Fragen zur Lagerluft unterstützt Sie unser Team mit langjähriger Erfahrung in Wälzlagern und Antriebstechnik. Fabrikate namhafter Hersteller – darunter SKF, FAG, INA, NTN und die Keramik-Hochleistungslager von CeramicSpeed – lassen sich dank genormter Hauptmaße untereinander ersetzen. Die Bestellung selbst erfolgt über unseren Shop antriebstechnik.shop.

Fragen & Antworten

Häufige Fragen

Ist ein Kugellager dasselbe wie ein Wälzlager?

Ein Kugellager ist die häufigste Bauform des Wälzlagers – es überträgt die Last über Kugeln (Punktkontakt). „Wälzlager" ist der Oberbegriff für alle Lager mit rollenden Wälzkörpern; dazu zählen neben Kugellagern auch Rollenlager mit Zylinder-, Kegel- oder Pendelrollen. Das bekannteste Kugellager ist das Rillenkugellager.

Worin unterscheiden sich Wälzlager und Gleitlager?

Beim Wälzlager rollen Wälzkörper zwischen den Ringen ab, wodurch nur geringe Reibung anfällt und das Lager ohne Einlaufphase arbeitet. Beim Gleitlager bewegen sich die Flächen direkt aufeinander – das erzeugt mehr Anlaufreibung, ist aber bei stoßartiger Last, niedrigen Drehzahlen und Schmutz im Vorteil.

Welche Wälzlagerarten gibt es?

Üblich sind Rillenkugel-, Schrägkugel-, Vierpunkt-, Pendelkugel-, Zylinderrollen-, Kegelrollen-, Pendelrollen-, Nadel- und Axial-Rillenkugellager sowie Spindellager. Vereinfacht teilt man sie in Kugellager (Punktkontakt, drehzahlfest) und Rollenlager (Linienkontakt, tragfähig) sowie nach Lastrichtung in Radial- und Axiallager.

Wie ist die Lagerbezeichnung aufgebaut?

Sie codiert Bauart und Reihe, das Bohrungsmaß und Zusätze für Abdichtung (2RS, 2Z), Lagerluft (C3) und Käfig. Ab dem Bohrungscode 04 ergibt sich das Bohrungsmaß aus den letzten beiden Ziffern mal fünf – ein 6205 hat damit 25 mm Bohrung.

Aus welchem Werkstoff bestehen Wälzlager?

Standard ist gehärteter Wälzlagerstahl 100Cr6. Für korrosive oder hygienische Umgebungen gibt es nichtrostende Ausführungen, für frequenzgesteuerte Motoren stromisolierte Lager und für höchste Drehzahlen Hybrid- oder Keramiklager mit Siliziumnitrid-Wälzkörpern.

Welche Hersteller umfasst das Sortiment?

Im Sortiment finden Sie Markenware der großen Hersteller – SKF, FAG/Schaeffler, INA und NTN – ergänzt um Keramik-Hochleistungslager von CeramicSpeed. Weil alle Lager nach DIN/ISO genormt sind, lassen sie sich über Herstellergrenzen hinweg ersetzen; beim Übersetzen einer fremden Hersteller-Kennung unterstützt Sie unser Team.

Wälzlager bestellen oder beraten lassen

Das vollständige Sortiment mit Preisen und Verfügbarkeit finden Sie in unserem Webshop. Bei Fragen zur Auswahl hilft Ihnen unser Team gern weiter.

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