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Gleitlager

Gleitlager übertragen Wellen- und Stützkräfte über eine gleitende statt rollende Bewegung – die Welle läuft direkt auf einer reibungsoptimierten Lauffläche. In dieser Kategorie bündeln wir die beiden zentralen Bauteilgruppen: Gleitlagerbuchsen für die radiale Wellenführung und Anlaufscheiben für die axiale Abstützung. Beide stehen wartungsfrei mit PTFE-Gleitschicht oder nachschmierbar mit POM-Auflage zur Verfügung – genormt nach DIN 1494 und so untereinander wie zu den gängigen Markenausführungen austauschbar.

Gleitlagerbuchsen aus Verbundwerkstoff – wartungsarme Gleitlager vor weißem Hintergrund

Was ein Gleitlager auszeichnet

Beim Gleitlager bewegen sich zwei Reibflächen aufeinander – eine drehende Welle und eine ruhende Buchse oder Scheibe. Ein Wälzkörper wie beim Kugel- oder Rollenlager fehlt; die Kraftübertragung läuft über einen Schmierfilm oder, bei der PTFE-Ausführung, über die selbstschmierende Lauffläche.

Aus dieser einfachen Bauweise ergeben sich klare Stärken: ein kompakter, leiser Aufbau, hohe Toleranz gegenüber Stößen und Schmutz sowie ein günstiger Bauraumbedarf. Damit eignen sich Gleitlager besonders für niedrige bis mittlere Drehzahlen, Schwenk- und Pendelbewegungen sowie raue Betriebsbedingungen.

  • Kompakte Bauweise ohne Käfig und Wälzkörper
  • Unempfindlich gegen Stoßlasten und Verschmutzung
  • Geräuscharmer Lauf, auch bei oszillierender Bewegung
  • Wartungsfrei (PTFE) oder nachschmierbar (POM) wählbar

Bauformen: Buchsen und Anlaufscheiben

Gleitlagerbuchsen nehmen radiale Kräfte quer zur Wellenachse auf und werden in das Gehäuse eingepresst. Die zylindrische Buchse ist die häufigste Variante; eine Bundbuchse ergänzt die radiale Führung um einen Anlaufflansch und stützt zusätzlich Axialkräfte in einer Richtung ab – sie ersetzt damit eine separate Scheibe.

Anlaufscheiben übernehmen die axiale Abstützung der Welle. Sie werden lose aufgesteckt und mit einer zylindrischen Buchse kombiniert, wenn neben den Quer- auch Längskräfte aufzunehmen sind.

  • Zylindrische Buchse: radiale Wellenführung
  • Bundbuchse: radiale Führung plus axialer Anlauf in einem Teil
  • Anlaufscheibe: axiale Abstützung, ergänzend zur Buchse

Werkstoffe: PTFE oder POM

Die wartungsfreien Ausführungen sind als Verbundlager aufgebaut: Ein Stahlrücken trägt die mechanische Last, darüber liegt eine poröse Bronzezwischenschicht, die als Wärmebrücke wirkt und die zulässigen Flächenpressungen anhebt; den Abschluss bildet die PTFE-Auflage als eigentliche Gleitfläche. Diese Variante läuft trocken und benötigt im Normalbetrieb keine zusätzliche Schmierung – umgangssprachlich auch als Teflon-Gleitlager bezeichnet, da Teflon ein Markenname für PTFE ist.

Für höhere Lasten und Drehzahlen mit zentraler Schmierversorgung dient die POM-Variante. An die Stelle der PTFE-Auflage tritt hier eine Laufschicht aus Polyoxymethylen, in die Schmiertaschen eingearbeitet sind; über eine Schmierbohrung lässt sich das Lager im Betrieb mit Schmierstoff versorgen. Diese Ausführung setzt einen Schmierfilm voraus, verträgt im Gegenzug aber deutlich höhere Belastungen. Die Baumaße sind nach DIN 1494 (international ISO 4379) herstellerübergreifend vereinheitlicht.

  • PTFE (wartungsfrei): Stahl-Bronze-PTFE-Verbund, trockenlauffähig
  • POM (nachschmierbar): mit Schmiertaschen und Schmierbohrung, höher belastbar
  • Genormte Abmessungen nach DIN 1494 bzw. ISO 4379

Einsatzbereiche und Auswahl

Gleitlager finden sich in nahezu allen Bereichen der Antriebstechnik – etwa in Stellantrieben, Industriegetrieben, Pumpen, Hydraulik, Förderanlagen sowie an Bolzenlagerstellen von Land- und Baumaschinen. Als genormte Standardteile sind sie zudem für Reparatur und Instandhaltung gut geeignet.

Die Auswahl folgt wenigen Kriterien: Zunächst die Belastungsrichtung (radial, axial oder kombiniert), dann der Werkstoff (PTFE wartungsfrei oder POM nachschmierbar) und schließlich die Abmessungen nach Wellen- und Gehäusedurchmesser. Liegt eine Markenbezeichnung von Schaeffler, SKF, GLYCODUR oder Permaglide vor, lässt sie sich über die DIN-Maße umschlüsseln. Bei Fragen zur Zuordnung oder zu Sondergrößen unterstützt Sie unser Team.

Bauformen & Unterkategorien

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Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich ein Gleitlager vom Wälzlager?

Im Gleitlager bewegen sich die Flächen gleitend aufeinander, während im Wälzlager Kugeln, Rollen oder Nadeln abrollen. Gleitlager bauen dadurch kompakter, laufen leiser und vertragen Stöße und Verschmutzung besser. Wälzlager sind dagegen bei hohen Drehzahlen und sehr geringer Betriebsreibung im Vorteil.

Was ist der Unterschied zwischen Gleitlagerbuchse und Anlaufscheibe?

Die Gleitlagerbuchse nimmt radiale Kräfte quer zur Welle auf und führt sie. Die Anlaufscheibe stützt die Welle axial in Längsrichtung ab. Beide werden kombiniert, wenn Quer- und Längskräfte zugleich auftreten – alternativ übernimmt eine Bundbuchse beide Aufgaben in einem Bauteil.

Ist ein PTFE-Gleitlager dasselbe wie ein Teflon-Gleitlager?

Ja. Teflon ist lediglich ein Markenname für den Werkstoff PTFE. Ein Teflon-Gleitlager ist also ein Gleitlager mit PTFE-Gleitschicht. Diese Auflage sorgt für einen sehr niedrigen Reibwert und erlaubt Trockenlauf ohne zusätzliche Schmierung.

Sind Gleitlager wartungsfrei?

Die Verbundlager mit PTFE-Auflage laufen im Normalbetrieb trocken und sind wartungsfrei. Die POM-Varianten mit Schmiertaschen und Schmierbohrung sind dagegen nachschmierbar und damit wartungspflichtig, dafür aber für höhere Lasten und Drehzahlen ausgelegt.

Wie werden Markenbezeichnungen von SKF, Schaeffler oder GLYCODUR zugeordnet?

Da die Abmessungen nach DIN 1494 beziehungsweise ISO 4379 herstellerübergreifend vereinheitlicht sind, lassen sich Bauteile von Schaeffler, SKF, GLYCODUR oder Permaglide über Geometrie und Werkstoff direkt umschlüsseln. Bei Unsicherheiten oder Sondergrößen prüfen wir die Zuordnung gerne für Sie.

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