Stirnzahnräder für die Antriebstechnik
Stirnzahnräder übertragen Drehmoment zwischen parallelen Wellen – formschlüssig, präzise und wartungsarm. Bei Steinbach erhalten Sie gerad- und schrägverzahnte Stirnräder in Modul 1 bis 6, aus Stahl C45, Edelstahl oder Kunststoff, ab Lager lieferbar.

Stirnzahnräder – Aufbau, Funktion und Einsatz
Stirnzahnräder sind die am häufigsten eingesetzten Zahnräder der Antriebstechnik. Sie sitzen auf parallelen Wellen und übertragen die Drehbewegung formschlüssig von Rad zu Rad – ohne Schlupf und mit hohem Wirkungsgrad. Typische Einsatzgebiete sind Getriebe, Förderanlagen, Pumpen, Werkzeugmaschinen und der allgemeine Maschinenbau.
Ein Stirnrad kämmt immer mit einem Gegenrad. Damit die Verzahnung sauber ineinandergreift, müssen beide Räder dasselbe Modul und denselben Eingriffswinkel (in der Regel 20°) besitzen. Über die Zähnezahlen der beiden Räder ergibt sich die Übersetzung des Antriebs.
- Formschlüssige Übertragung ohne Schlupf, hoher Wirkungsgrad
- Parallele Wellen mit definiertem Achsabstand
- Kombinierbar zu mehrstufigen Zahnradgetrieben
Das Modul – das Maß für die Zahngröße
Das Modul ist die zentrale Kenngröße jedes Zahnrads. Es beschreibt die Größe der Zähne und ergibt sich aus dem Teilkreisdurchmesser geteilt durch die Zähnezahl (m = d / z). Je größer das Modul, desto größer und tragfähiger die Zähne. Nur Zahnräder mit gleichem Modul lassen sich miteinander paaren.
Steinbach führt die gängigen metrischen Module von 1 bis 6. Die Zahnhöhe beträgt jeweils rund das 2,25-Fache des Moduls:
- Modul 1 – Zahnhöhe ca. 2,25 mm – Feinwerktechnik und kleine Antriebe
- Modul 1,5 – ca. 3,4 mm – leichte Antriebe und Stellantriebe
- Modul 2 – ca. 4,5 mm – allgemeiner Maschinenbau
- Modul 2,5 – ca. 5,6 mm – Fördertechnik
- Modul 3 – ca. 6,75 mm – höhere Drehmomente
- Modul 4 – ca. 9,0 mm – schwere Antriebe
- Modul 5 – ca. 11,25 mm – Schwermaschinenbau
- Modul 6 – ca. 13,5 mm – Großgetriebe
Werkstoffe im Vergleich – Stahl, Edelstahl und Kunststoff
Der Werkstoff bestimmt Tragfähigkeit, Verschleiß und Korrosionsbeständigkeit eines Stirnrads. Steinbach bietet vier Ausführungen:
- Stahl C45: der robuste Vergütungsstahl für den allgemeinen Maschinenbau – belastbar und wirtschaftlich.
- Gehärtete Verzahnung: gehärtete Zahnflanken für hohe Flächenpressung und langen Verschleißschutz.
- Edelstahl (1.4305): rost- und säurebeständig für Lebensmittel-, Pharma- und Nassbereiche.
- Kunststoff (Polyamid PA6, glasfaserverstärkt): leiser, selbstschmierender Lauf, korrosionsfrei und leicht – ideal für geringe bis mittlere Lasten.
Gerad- oder schrägverzahnt?
Bei geradverzahnten Stirnrädern verlaufen die Zähne parallel zur Radachse. Sie sind einfach herzustellen, erzeugen keine Axialkraft und sind die Standardwahl für die meisten Antriebe. Bei höheren Drehzahlen können sie jedoch lauter laufen.
Schrägverzahnte Stirnräder haben schräg zur Achse stehende Zähne. Dadurch sind stets mehrere Zähne gleichzeitig im Eingriff – der Lauf ist ruhiger und die Tragfähigkeit höher. Als Nachteil entsteht eine Axialkraft, die das Lager aufnehmen muss.
- Geradverzahnt: axialkraftfrei, wirtschaftlich, Standard
- Schrägverzahnt: laufruhig, höhere Tragfähigkeit, erzeugt Axialkraft
Zahnrad-Auslegung – die wichtigsten Kenngrößen
Für die Auslegung eines Stirnrads sind neben Modul und Zähnezahl weitere Kenngrößen entscheidend:
- Teilkreisdurchmesser d = m · z – der Bezugskreis, auf dem die Räder abrollen
- Kopfkreisdurchmesser da = d + 2 · m – der Außendurchmesser des Rads
- Eingriffswinkel – standardmäßig 20°
- Profilverschiebung – Korrektur gegen Unterschnitt bei kleinen Zähnezahlen und zur Anpassung des Achsabstands
Übersetzung und Zahnradgetriebe
In einem Zahnradgetriebe bestimmen die Zähnezahlen die Übersetzung. Das Verhältnis i = z₂ / z₁ (getriebenes zu treibendem Rad) gibt an, wie sich Drehzahl und Drehmoment ändern: Ein größeres getriebenes Rad senkt die Drehzahl und erhöht das Drehmoment.
Durch Kombination mehrerer Stufen lassen sich große Übersetzungen realisieren. Der Achsabstand zweier kämmender Räder ergibt sich aus a = m · (z₁ + z₂) / 2. Entscheidend bleibt, dass alle kämmenden Räder dasselbe Modul haben – erst dann passt die Verzahnung zusammen.
Bauformen & Unterkategorien
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Werkstoff & Ausführung
Häufige Fragen
Was bedeutet das Modul bei einem Zahnrad?
Das Modul ist das Maß für die Zahngröße. Es ergibt sich aus dem Teilkreisdurchmesser geteilt durch die Zähnezahl (m = d / z) und wird in Millimetern angegeben. Zwei Zahnräder können nur miteinander kämmen, wenn sie dasselbe Modul haben.
Wie berechne ich das Modul eines vorhandenen Zahnrads?
Teilen Sie den Teilkreisdurchmesser durch die Zähnezahl. Ist nur der Außendurchmesser (Kopfkreis) bekannt, gilt näherungsweise m = da / (z + 2): Zähne zählen, Außendurchmesser messen, einsetzen.
Welcher Werkstoff eignet sich – Stahl, Edelstahl oder Kunststoff?
Stahl C45 ist der robuste Standard für den Maschinenbau, gehärtete Verzahnungen erhöhen den Verschleißschutz. Edelstahl wählt man für Nass-, Lebensmittel- und Pharmabereiche, Kunststoff (Polyamid/Nylon) für leisen, wartungsarmen Lauf bei geringerer Last.
Was ist der Unterschied zwischen gerad- und schrägverzahnten Stirnrädern?
Geradverzahnte Räder haben achsparallele Zähne, laufen axialkraftfrei und sind die wirtschaftliche Standardlösung. Schrägverzahnte Räder laufen ruhiger und tragen höhere Lasten, erzeugen aber eine Axialkraft, die das Lager aufnehmen muss.
Wie berechne ich die Übersetzung einer Zahnradpaarung?
Die Übersetzung ist das Verhältnis der Zähnezahlen: i = z₂ / z₁ (getriebenes zu treibendem Rad). Ein doppelt so großes getriebenes Rad halbiert die Drehzahl und verdoppelt näherungsweise das Drehmoment.
Führt Steinbach auch Kegelräder, Zahnstangen oder Schneckenräder?
Unser Lagersortiment umfasst Stirnzahnräder in Stahl, Edelstahl und Kunststoff. Kegelräder, Zahnstangen oder Schneckenräder beschaffen wir auf Anfrage – sprechen Sie uns einfach an.
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