Keilriemen
Keilriemen zählen zu den am häufigsten eingesetzten Antriebsriemen und übertragen Drehmoment kraftschlüssig zwischen zwei oder mehr Scheiben. Ihr trapezförmiger Querschnitt verkeilt sich in der Rille der Riemenscheibe und erzeugt so eine hohe Reibkraft bei kompakter Bauweise. Als genormte Bauteile nach DIN 2215 (klassisch) und DIN 7753 (schmal) sind sie herstellerübergreifend austauschbar und seit Jahrzehnten der robuste Standard für Industrie-, Fahrzeug- und Gerätetechnik.

Was Keilriemen leisten
Ein Keilriemen ist ein endlos geschlossener Riemen mit keilförmigem Profil. Unter Last zieht er sich selbsttätig tiefer in die V-Rille der Scheibe und überträgt die Drehbewegung allein über Reibung – bei gleicher Anpresskraft deutlich kraftvoller als ein Flachriemen.
Der Aufbau ist mehrschichtig: Ein zugfester Strang aus Polyester- oder Aramidfasern nimmt die Längskräfte auf und verhindert das Dehnen, eine elastische Tragschicht hält den Querschnitt formstabil, und eine abriebfeste Decklage schützt das Bauteil. Diese Kombination macht Keilriemen elastisch, dämpfend gegenüber Drehmomentstößen und tolerant gegenüber kleinen Fluchtungsfehlern – bei einfacher Montage und Spannung.
Bauformen und Profile
Unterschieden wird vor allem nach klassischer oder schmaler Querschnittsform sowie nach dem Profil, das Breite und Höhe des Riemens festlegt. Welche Variante passt, ergibt sich aus Leistung, Drehzahl, Bauraum und Scheibendurchmesser.
- Klassische Keilriemen (DIN 2215): breite, niedrigere Bauform in den Profilen Y/6, Z/10, A/13, B/17, C/22, D/32 und E/40 – die Kennzahl entspricht der oberen Riemenbreite in Millimetern.
- Schmalkeilriemen (DIN 7753): schlankere, höhere Form, die im selben Bauraum mehr Leistung überträgt; Profile SPZ (9,7 mm), SPA (12,7 mm), SPB (16,3 mm) und SPC (22 mm).
- Flankenoffene XP-Profile (XPZ–XPC): quer verzahnte, ummantelungsfreie Schmalkeilriemen – maßgleich zu den SP-Profilen, laufen kühler und erreichen höhere Standzeiten.
- Sonderbauarten: verzahnte Keilriemen für kleine Scheiben und hohe Drehzahlen sowie Doppelkeilriemen mit symmetrischem Querschnitt für beidseitige Kraftübertragung.
Typische Einsatzgebiete
Überall dort, wo zwischen parallelen Wellen ein Drehmoment betriebssicher und mit geringem Aufwand zu übertragen ist, bieten sich Keilriemen als bewährte Lösung an. Im Maschinenbau treiben sie Pumpen, Ventilatoren, Gebläse und Kompressoren an, in der Lüftungs- und Klimatechnik die Ventilatoren von RLT-Anlagen.
Auch in Land- und Baumaschinen, in Haushalts- und Gewerbegeräten sowie an Kfz-Nebenaggregaten gehören sie zu den Standardelementen. Bei höheren Leistungen laufen mehrere Riemen parallel auf mehrrilligen Scheiben.
Den passenden Riemen bestimmen
Von der Profil- und Längenwahl hängen Wirkungsgrad, Laufruhe und Standzeit des Antriebs unmittelbar ab. Bestimmen Sie das Profil zunächst über den Aufdruck – etwa SPB, XPZ oder A/13 – oder durch Nachmessen von Breite und Höhe am Querschnitt. Im zweiten Schritt folgt die Länge; maßgeblich ist heute die Wirklänge (Lw), abzulesen am Aufdruck oder zu ermitteln aus Altriemen bzw. aus Scheibendurchmessern und Achsabstand.
Riemen und Scheibe müssen im Profil zusammenpassen; eine klassische Bauform lässt sich nicht durch eine schmale ersetzen, weil Rillengeometrie und Querschnitt voneinander abweichen. Achten Sie auf die korrekte Spannung: zu locker führt zu Schlupf, zu straff belastet Lager und Riemen. Gern unterstützt Sie unser Team bei Profil, Länge und passenden Scheiben.
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Häufige Fragen
Worin unterscheiden sich Keilriemen und Zahnriemen?
Keilriemen übertragen die Kraft reibschlüssig in der V-Rille der Scheibe und sind robust, elastisch und montagefreundlich. Zahnriemen greifen formschlüssig in eine gezahnte Scheibe und laufen schlupffrei und winkelgenau. Für robuste Standardantriebe sind Keilriemen die richtige Wahl, für exakte Synchronisation Zahnriemen.
Wie finde ich die passende Keilriemengröße?
Klären Sie zuerst das Profil (über den Aufdruck wie A/13, SPB oder XPZ oder durch Messen von Breite und Höhe). Nach dem Profil ergibt sich die Länge: Häufig ist das Maß direkt am Riemen vermerkt, beispielsweise 13x1250 für Profil A/13 mit 1250 mm. Ist der Aufdruck unleserlich, lässt sich die Länge am Altriemen messen oder aus Scheibendurchmessern und Achsabstand berechnen.
Was bedeuten die Profile SPZ bis SPC und XPZ bis XPC?
SPZ, SPA, SPB und SPC sind die Schmalkeilriemen-Profile nach DIN 7753 mit oberen Breiten von 9,7 / 12,7 / 16,3 / 22 mm. Die XP-Profile sind die flankenoffenen, quer verzahnten Varianten dieser Profile – maßgleich und direkt austauschbar, jedoch mit höherer Leistungsdichte und längerer Lebensdauer.
Was unterscheidet DIN 2215 von DIN 7753?
DIN 2215 normt die klassischen Keilriemen (Y, Z, A, B, C, D, E) mit breitem, niedrigerem Querschnitt. DIN 7753 normt die Schmalkeilriemen (SPZ–SPC) mit schlankerer, höherer Form und mehr Leistung im gleichen Bauraum. Klassische und schmale Profile lassen sich nicht mischen, weil Rillengeometrie und Querschnitt voneinander abweichen.
Woran erkenne ich einen verschlissenen Keilriemen?
Auf Risse, ausgefranste Flanken, glänzend verglaste Laufflächen, verhärtetes Material sowie Quietsch- oder Schlupfgeräusche achten. Auch wiederholter Spannungsverlust deutet auf einen gedehnten Riemen hin. Ein rechtzeitiger Tausch beugt Produktionsausfällen und Schäden an Scheiben und Lagerstellen vor.
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