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Stehlager oder Flanschlager? So wählen Sie das richtige Gehäuselager für Ihre Welle

Stehlager als einbaufertiger Lagerbock (UCP) – Gehäuselager für die Wellenlagerung

Ob Förderband, Gebläsewelle oder Antriebsrolle: Sobald eine Welle einbaufertig gelagert werden soll, fällt die Wahl auf ein Gehäuselager. In der Praxis stellt sich dabei zuerst eine Frage – Stehlager oder Flanschlager? Und im nächsten Schritt: Welche Größe passt zum Wellendurchmesser? Dieser Ratgeber führt Sie durch die Entscheidung. Die Grundlagen zu Aufbau und Werkstoffen finden Sie auf unserer Seite Gehäuselager; hier geht es um die konkrete Auswahl.

Lagerbock, Stehlager, Flanschlager – was ist gemeint?

Umgangssprachlich fällt oft der Begriff Lagerbock. Damit ist in der Regel ein Stehlager gemeint: eine liegende Gehäuseeinheit, die von unten mit einer Grundplatte auf eine Unterlage geschraubt wird und die Welle parallel zur Aufstellfläche führt. Technisch korrekt spricht man von einer Stehlager-Gehäuseeinheit (englisch „pillow block"). Ein Flanschlager erfüllt dieselbe Aufgabe – die Wellenlagerung –, wird aber stirnseitig an eine Wand oder ein Gestell gesetzt, sodass die Welle die Montagefläche durchstößt.

Beide Bauformen enthalten dasselbe Herz: ein Spannlager (Y-Lager) mit balligem Außenring, das kleine Wellenschiefstellungen selbst ausgleicht. Der Unterschied liegt allein im Gehäuse und damit in der Einbaurichtung.

Wann Stehlager, wann Flanschlager? Die Entscheidung nach Einbaufall

Ausschlaggebend ist die Richtung, aus der Sie die Lagerstelle anbinden. Als Faustregel:

  • Stehlager (Lagerbock): die Welle liegt waagerecht über einer tragenden Fläche – Rahmen, Traverse oder Grundplatte. Typisch für Trag- und Umlenkrollen an Förderern, Gebläse- und Ventilatorwellen sowie den allgemeinen Maschinenbau. Das Stehlager ist die häufigste Wahl.
  • Flanschlager: die Welle soll eine Wand oder Gehäusewange durchstoßen und wird stirnseitig verschraubt – etwa bei seitlicher Anbindung an ein Getriebegehäuse, an Seitenwänden von Förderrinnen oder bei beengtem Bauraum unter der Welle.

Beim Flanschlager entscheidet zusätzlich die Flanschform über Bohrbild und Platzbedarf: der Vierkantflansch (vier Schrauben) sitzt satt und stabil, der Ovalflansch (zwei Schrauben) spart Platz und Montageaufwand, der Rundflansch eignet sich für Einbau in runde Aufnahmen.

Bauform Typkürzel Montage Passt, wenn …
Stehlager (Lagerbock) UCP, UCPA liegend, Grundplatte von unten Welle waagerecht über tragender Fläche
Flanschlager, Vierkant UCF stirnseitig, 4 Schrauben stabile Wandanbindung, Welle durchstößt
Flanschlager, Oval UCFL stirnseitig, 2 Schrauben wenig Platz, geringer Montageaufwand
Flanschlager, Rund UCFC stirnseitig, runder Flansch Einbau in runde Aufnahme

Vom Wellendurchmesser zur richtigen Größe (20, 30, 40 mm)

Steht die Bauform fest, ist der Wellendurchmesser das zweite Auswahlkriterium. Die Typbezeichnung verschlüsselt ihn direkt: Bei UCP 204 ergeben die beiden Endziffern – hier 04 – multipliziert mit fünf den Bohrungsdurchmesser in Millimetern, also 20 mm. So finden Sie zu einer 20-mm-Welle das passende Stehlager oder Flanschlager, ohne im Katalog zu suchen:

Wellen-Ø Stehlager Flanschlager (Vierkant) Flanschlager (Oval)
20 mm UCP 204 UCF 204 UCFL 204
25 mm UCP 205 UCF 205 UCFL 205
30 mm UCP 206 UCF 206 UCFL 206
35 mm UCP 207 UCF 207 UCFL 207
40 mm UCP 208 UCF 208 UCFL 208

Die Umrechnung „Endziffern × 5" gilt ab Baugröße 04 (20 mm). Kleinere Bohrungen – etwa UCP 201 bis 203 – folgen einer eigenen Zuordnung; hier lohnt der Blick ins Datenblatt. Prüfen Sie zusätzlich die Befestigungsart auf der Welle (Exzenter-Spannring, Gewindestift oder Spannhülse), damit Bohrung und Welle sicher zusammenpassen.

Grauguss oder Edelstahl? Der Werkstoff entscheidet mit

Bauform und Größe legen die Geometrie fest – der Werkstoff die Beständigkeit. Für den trockenen, sauberen Industrieeinsatz genügt in aller Regel ein Graugussgehäuse. Sobald aber Nässe, aggressive Medien oder regelmäßige Nassreinigung ins Spiel kommen, sind Stehlager in Edelstahl oder Flanschlager in Edelstahl die richtige Wahl: Sie rosten nicht und lassen sich rückstandsfrei säubern – typisch für Lebensmittel-, Getränke-, Pharma- und Verpackungsbetriebe. Diese Werkstofffrage stellt sich unabhängig davon, ob Sie sich für Steh- oder Flanschlager entschieden haben.

Kurz zusammengefasst

  • Zuerst die Einbaurichtung klären: Stehlager (Lagerbock) für liegende Wellen über einer Fläche, Flanschlager für die stirnseitige Wandanbindung.
  • Beim Flanschlager die Flanschform nach Bauraum wählen: Vierkant (UCF), Oval (UCFL) oder Rund (UCFC).
  • Größe über die Typziffern bestimmen: Endziffern × 5 = Wellenbohrung in mm.
  • Bei Nässe oder Hygieneanforderung auf Edelstahl statt Grauguss setzen.

Als Fachhändler für Wälzlager und Antriebstechnik führen wir Steh- und Flanschlager in Grauguss und Edelstahl. Bei der Auslegung unterstützt Sie unser technisches Team; die Bauformen vergleichen und bestellen Sie im Onlineshop antriebstechnik.shop.

Häufige Fragen

Ist ein Lagerbock dasselbe wie ein Stehlager?

Im Sprachgebrauch meist ja: Mit „Lagerbock" ist in der Regel ein Stehlager gemeint – eine liegende Gehäuseeinheit, die mit ihrer Grundplatte auf eine Unterlage geschraubt wird und die Welle waagerecht führt. Technisch korrekt heißt sie Stehlager-Gehäuseeinheit (pillow block).

Wann nehme ich ein Flanschlager statt eines Stehlagers?

Wenn die Welle eine Wand oder Gehäusewange durchstoßen soll und die Lagerstelle stirnseitig verschraubt wird – etwa bei seitlicher Anbindung an ein Getriebe oder bei wenig Bauraum unter der Welle. Liegt die Welle dagegen waagerecht über einer tragenden Fläche, ist ein Stehlager die üblichere Wahl.

Welches Stehlager passt auf eine 20-mm-Welle?

Für eine Welle mit 20 mm Durchmesser eignet sich die Baugröße 204 – als Stehlager UCP 204, als Vierkant-Flanschlager UCF 204 oder als Ovalflansch UCFL 204. Die Endziffern der Typbezeichnung, mit fünf multipliziert, ergeben den Bohrungsdurchmesser: 04 × 5 = 20 mm.

Was bedeuten die Endziffern in Bezeichnungen wie UCP 204 oder UCF 208?

Sie verschlüsseln die Wellenbohrung. Ab Baugröße 04 gilt: die beiden Endziffern mit fünf multipliziert ergeben den Durchmesser in Millimetern. UCP 204 entspricht also 20 mm, UCP 206 dem Maß 30 mm und UCP 208 dem Maß 40 mm.

Wann lohnt sich ein Stehlager oder Flanschlager aus Edelstahl?

Sobald Nässe, aggressive Medien oder regelmäßige Nassreinigung auftreten – etwa in Lebensmittel-, Getränke- oder Pharmabetrieben. Edelstahl rostet nicht und lässt sich rückstandsfrei säubern. Im trockenen, sauberen Umfeld genügt dagegen ein Graugussgehäuse.

Passende Produktgruppen:Gehäuselager

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